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Wird Smart Home ein Massentrend? Deloitte setzt in der Smart-Home-Studie auch auf die Gesellschaft

Blog-Eintrag   •   Feb 28, 2014 10:34 CET

Der jüngste Kauf von Google hat die Debatte angeheizt: Wird der Smart-Home-Trend bald schon massentauglich? Nest, ein Hersteller von Rauchmeldern und Thermostaten, war Google wegen seiner intelligenten Fernsteuerung sehr viel Geld wert. Die Hersteller von brauner und weißer Ware haben in verschiedenen Befragungen untersucht, welche Produkte die Konsumenten sich überhaupt wünschen.

Wie wird Smart Home massenkompatibel?

Der selbst einkaufende Kühlschrank fiel durch. Trotzdem: In der „Dauer-On-Generation“ wird die intelligente Steuerung von Heizung, Waschmaschine und Co. immer beliebter. Hier setzt die Deloitte-Studie „Licht ins Dunkel – Erfolgsfaktoren für das Smart Home“ an (November 2013). Der international agierende Beratungs- und Prüfungskonzern legt den Schwerpunkt auf die Frage, unter welchen Bedingungen sich Smart Homes vom Premium- zum Standardprodukt entwickeln können.

Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) legte zur CeBIT 2013 eine umfassende Untersuchung vor, die Deutschland bis 2025 ein Wachstum von 19 Milliarden Euro in diesem Bereich voraussagt. Deloitte ist vorsichtiger: Der europäische Markt, so kalkulieren die Verfasser der Studie, kann mit einem Wachstum von ca. 20% jährlich rechnen und im Jahr von 2017 auf einen Umsatz von rund 4,1 Milliarden Euro hoffen.

Snart Home: im gesellschaftlichen Trend?

Für die Hersteller von Braun- und Weißware, die sich schon seit fast 20 Jahren mit dem Thema vernetzter Haushaltsgeräte beschäftigen, ist auch das eine vielversprechende Perspektive. Die vier „aktuellen“, allerdings wenig überraschenden „Markttreiber“ sind laut der Studie:

  • die zunehmende digitale Vernetzung als infrastrukturelle Grundlage;
  • der Kontext einer immer älter werdenden Gesellschaft und der immer größer werdende Anteil an Single-Haushalten;
  • der stetig wachsende Trend zum „Home Lifestyle“ und das damit einhergehende Bedürfnis nach einer komfortablen Vernetzung der persönlichen Wohnsituation;
  • das immer größer werdende Energie- und Umweltbewusstsein, das mit dem Wunsch nach optimaler Regulierung der privaten Energieeffizienz einhergeht.

Abseits der technologischen Aspekte, auf die die VDE-Studie vor einem Jahr noch abstellte, berücksichtigt Deloitte gesamtgesellschaftliche Entwicklungen und Debatten. Die Studie zeigt, dass auch technologiegetriebene Märkte von gesellschaftlichen Tendenzen abhängig sind.

Unabdingbar: Transparenz & Offenheit unter den Herstellern

Das Urteil der Studie ist eindeutig: Perspektivisch wird sich das Smart-Home-Konzept massenwirksam durchsetzen. Denn allein der Volumenmarkt sei „der Schlüssel für ein nachhaltiges Wachstum des Gesamtmarktes“. VDE hatte Smart Homes demgegenüber auch mittelfristig noch „exklusiver“ bewertet. Die von Deloitte identifizierten Erfolgsfaktoren für den Eintritt ins Massengeschäft dürften gerade für historisch gewachsene Unternehmen im Bereich Haushalts- und Elektrogeräte vor große Herausforderungen stellen. Neben einer intelligenten Preisgestaltung identifizieren die Autoren vor allem Anwendbarkeit und Transparenz als Schlüsselfaktoren für den Erfolg einer Technologie. Ein Kernproblem, das schon VDE herausgearbeitet hatte, besteht in der Etablierung einer herstellerübergreifenden, offenen Plattform. Dies vor Augen, erscheint die Googles Nest-Kauf für manche Hersteller erst recht bedrohlich.

Offene Frage: Datenschutz

Deloitte, VDE und andere Studien sind sich einig, dass Smart Homes unmittelbar verknüpft sein werden mit unseren Smartphones (und anderen netzwerktauglichen Produkten), die zur Fernbedienung für alle vernetzten Geräte werden. Dieses neue Einsatzfeld unserer Handys und Tablets führt uns von Google auch zu Apple (und via WhatsApp nun auch zu Facebook). Denn Telekommunikationsunternehmen könnten – so die entscheidende Erkenntnis der Deloitte-Studie – perspektivisch eine bedeutende Rolle auf dem Smart-Home-Markt spielen.

Offen bleibt selbst im Rahmen der ansonsten wohltuend gesellschaftlich orientierten Markt-Trend-Studie von Deloitte die Frage, welchen Einfluss die Debatte um Big Data [&] Datenschutz haben wird. Nest-Gründer Tony Fadell sagt: „Wir wissen, wann Sie nach Hause kommen“ – und das dürfte zumindest im datenschutzbewussten Deutschland für einigen Widerstand gegen Smart-Home-Lösungen sorgen.

Die Deloitte-Studie finden Sie hier.

Eine Zusammenfassung der VDE-Studie finden Sie hier.

Das Spiegel-Online-Interview mit Tony Fadell finden Sie hier.

Inwieweit „Social Barriers“ das Thema Smart Home insgesamt beeinträchtigen, analysiert die Studie „Social barriers to the adoption of smart homes“ (kostenpflichtig).

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