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Impact: Zwei Studien über die Wirkung der Wissenschaft (und Wirtschaft)

Blog-Eintrag   •   Apr 07, 2014 12:51 CEST

Wie Wissenschaft wirkt

Zwei aktuelle Studien zur gegenseitigen Abhängigkeit von Wirtschaft und Wissenschaft verdeutlichen: Die Abhängigkeit ist groß, aber wie sie genau aussieht, ist schwer zu sagen. Daraus ergeben sich neue grundsätzliche Fragen und Chancen für Wissenschaft und Wirtschaft selbst.

Die Brighton-Fuse-Studie stellte am Beispiel der südenglischen Region Brighton and Hove fest, dass „fused companies” besonders schnell wachsen. Es handelt sich um Unternehmen, deren Angestellte und freie Mitarbeiter ein breites Spektrum an Ausbildungshintergründen besitzen, das technologische, künstlerische und gesellschaftswissenschaftliche Fächer umfasst. Die Zahlen sind beeindruckend: „While Brighton’s creative, design and IT firms grew faster than the local economy and more than 10 times faster than the British economy as a whole, fused business grew at more than twice that speed and superfused firms grew faster still.“ Die Autoren der Studie stellten fest: Je enger ein Unternehmen mit Universitäten zusammenarbeitet, umso innovativer und umso leistungsfähiger ist es.

Die Einbindung von Universitäten in den lokalen Arbeitsmarkt hat positive finanzielle Auswirkungen. Indem kreative, digitale und technologieorientierte Unternehmen für eine Region zunehmend zum wichtigen Imagefaktor werden, hat die Wissenschaftskooperation auch sozial positive Folgen.

Das englische Hochschulrecht verlangt von jedem Institut inzwischen Belege für seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit nicht-akademischen Akteuren. Diese Belege müssen nicht quantifizierbar sein – es genügt die klassisch erzählte „Erfolgsgeschichte“.

Die Wirkung der Wissenschaft geht über alte Ideen messbarer Nützlichkeit hinaus, umfasst diese aber weiterhin. Insofern läuft die Suche nach verlässlichen Indikatoren. Die Utrechter SURFfoundation hat nun einen Überblick über die vorhandenen Messinstrumente für die Durchschlagskraft wissenschaftlicher Forschung erarbeitet.

Die Ergebnisse:

  • Immer mehr Wissenschaft wird auf elektronischem Wege veröffentlicht, gespeichert und genutzt. Daher sind Veröffentlichungs- und Zitierhäufigkeiten leicht zu erfassen. Da die meisten metrischen Verfahren aber intransparente oder restriktive Methoden anwenden, fächerspezifische Eigenheiten kaum berücksichtigen und nicht erfassen, warum ein Artikel zitiert wird (nicht jedes Zitat erfolgt aus Wertschätzung), sind viele Messinstrumente unzureichend.
  • Nicht alle Wissenschaft findet im Internet statt oder hinterlässt im Internet Spuren. Ausnahmen sind zum Beispiel Bücher oder Diskussionen auf Tagungen.
  • Wissenschaft wird auf sehr vielen verschiedenen Wegen in Gesellschaft und Wirtschaft wirksam. Die bisherigen Impact-Messmethoden erfassen nur einen Bruchteil dieser Wege.
  • Es besteht akuter Bedarf an Messinstrumenten, die nicht kommerziellen Anbietern gehören.

Die Utrechter Studie erklärt ebenfalls unmissverständlich, dass wissenschaftliche Arbeit „a vital strategic asset for society“ ist. Sorgfältige Methoden, die Relevanz von Forschung zu erheben, sind daher sowohl für Wissenschaftler wie für Unternehmer wichtig

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