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Kulturcheck No. 1: Feeling ambitious? Warum Ehrgeiz nicht immer smart ist

Blog-Eintrag   •   Jul 17, 2014 09:15 CEST

Zwei Kollegen in unserem englischen Büro unterhielten sich über eine geplante strategische Maßnahme.

„It’s ambitious.“

„No: it’s smart!“

Der erste Kollege war gegen den Plan. „Ambitious“ klingt so wie das deutsche Wort „ambitioniert“, das meistens positiv verstanden wird. Aber es bedeutet vor allem: vermessen, überzogen, verblendet. Oder einfach: überambitioniert. Daher der deutliche Widerspruch des zweiten Kollegen, der die Maßnahme für klug hielt.

Unterschiede zwischen USA und UK

Im britischen und im amerikanischen Englisch gibt es hier Unterschiede – „ambitious“ ist tendenziell in den USA positiver besetzt. Wer in England Ambitionen hat, stellt unter Umständen Klassenschranken in Frage oder versucht, eingespielte Abläufe zu bekritteln. Der konservativere gesellschaftliche Grundton schwingt hier eher mit als auf der anderen Seite des Atlantiks.

Auch im Spanischen kann dieses Problem entstehen, mit dem Adjektiv „ambicioso“, das den Ehrgeizigen leicht als Ehrgeizling abstempelt.

Vor diesem Hintergrund ist es mehr als verständlich, dass Politiker in offiziellen Situationen immer einen Übersetzer dabei haben. Ohne dieses Expertenwissen könnten die Geburtstagsgrüße an Angela Merkel heute eher "ambitious" als "smart" ausfallen ...

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